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Die BuBen - Buch um Buch (ein Literaturzirkel)

Im November 2002 trafen sich in einer düsteren Spelunke im Sündenpfuhl Zürich finstere Gestalten zu einer konspirativen Sitzung. Jugendlicher Übermut? Der Reiz des Exotischen? Heute kann nicht mehr genau rekonstruiert werden, weshalb drei wackere Neu-Romanen im blühendsten Lebenssaft sich dermassen weit aus dem verbindungsüblichen Kompetenzfenster hinauslehnten, um ausgerechnet Bücher zu lesen. Dies aber immerhin gemeinsam, also quasi begleitet und betreut – ist es doch Jahre her, seit die zittrigen Hände letztmals gedruckte Seiten umgeblättert sprich: die hopfentrüben Augen ins Memento geschielt haben.

Und so laden die vier Mitglieder des Zirkels abwechselnd zu geselligem Nachtessen, Diskussion, Völlerei und Alka Seltzer; ein ausgeklügelter, sorgsam gehüteter Machtvers regelt das Schema, wer jeweils die Literatur vorschlägt. Alles fast so einfach wie der bäurische Stammbetrieb und beseelt von den gleichen Grundbedürfnissen: Freundschaft, Gemütlichkeit, die Lust am Diskutieren, Einfachheit, Durst.

Und so haben Suter v/o Trumpf, Jann v/o Service, Meyer v/o Kompass und das Qualitäts-Silberzwiebelchen auf diesem Canapee, Spirig v/o Jusuf Jonas von der Schneise, in diesen fünf Jahren eine literarische Weltreise vollbracht, von Bukowski bis zu Gontscharow, von Brun bis Hermann Burger. Denkwürdige Abende brachten den BuBen nicht nur kulinarische Genüsse, sondern zeigten ihnen auch kulturelle Highlights vom unvergleichlichen Gunkl bis zum Agglo-Tanztempel. Möge es auf ewig so weitergehen.

Schliessen möchte ich das kurze Porträt unseres Zirkels mit einem Zitat aus Oskar Maria Grafs «Anton Sittinger», das treffend die Sicht einer besseren Hälfte auf ein BuBen-Mitglied wiedergeben könnte:

«Gewiß war er schrullig, er trank auch hin und wieder zuviel, aber das gehörte eben zu ihm.»

 

PS: Der Zirkel ist übrigens geschlossen. Allenfalls gehen Mitglieder auf obskure Weise verloren, aber Neueingänge sind keine geplant. Habe fertig.